Mai 2022

Wasseraufbereitungsanlage im Wald

Das Wasser, das man am Wäschebach und Espenbach förderte, wurde anfangs direkt ins Dorf geleitet. Die Qualität des Wassers war aber sehr schlecht, da der hohe Anteil an Kohlensäure zu aggressivem und recht eisenhaltigem Wasser führte. Diese Mängel verlangten schon früh Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung. So hat man 1936 im Wald kurz unterhalb der Quellfassungen die sogenannte Enteisungs- und Entsäuerungsanlage gebaut, die heute noch vorhanden ist. Hier wurde das Wasser gereinigt und anschließend weiter zum Dorf geleitet. In der Praxis erwies sich die Anlage aber als sehr wartungs- und störanfällig und wurde oft außer Betrieb gesetzt.

Foto: Erwin Koch 2009

April 2022

Wasser wird „gesammelt“

Entlang des Wäschebaches (Bild 1) und des Espenbaches wurden lange Sickerleitungen verlegt, die an mehreren Stellen zu Sammelbrunnen und auch einem 4×4 m großen und 7 m tiefen Sammelschacht führten. Von diesen Sammelstellen aus wurde eine Wasserleitung in Richtung Nuttlarer Weg verlegt und von dort entlang des Weges bis zum Dorf. Hier wurde 1910 an der höchsten Stelle ein Hochbehälter gebaut mit einem Fassungsvermögen von 75 qbm.

Foto: Jütte 2021

März 2022

Wasser aus dem Wald

Schon früher als andere Orte suchte Suttrop einen Weg, eine zentrale und ausreichende Wasserversorgung aufzubauen und stieß dabei auf das Gebiet des Wäschebaches – im Bild die Furt mit „Sträters Hütte“ im Hintergrund. Oberhalb dieser Stelle fand man ca. 4 km entfernt vom Dorf ein für die Wassergewinnung geeignetes Gebiet westlich der Wäsche, das aber in der Gemarkung Warstein lag. Im Jahr 1907 wurde deshalb zwischen der Gemeinde Suttrop und der Stadt Warstein ein Vertrag abgeschlossen, der es Suttrop erlaubte, „das im Tale der Wäsche gewonnene Wasser dauerhaft abzuleiten und zu benutzen“. Einige Jahre später wurde auch das auf Suttroper Gebiet liegende Espenbachtal für die Wassergewinnung hinzugenommen.

Foto: Thilo Koch 2021

Februar 2022

Die Dorpke

Idyllisch schlängelt sich die Dorpke durch das LWL-Klinikgelände. Am Anfang im Oberdorf und auch vor der Mündung in die Wäster verrohrt, ist sie nur wenige hundert Meter lang. Es ist kaum noch vorstellbar, dass dieser unscheinbare Bach einmal sehr viel mehr Wasser geführt hat. Er hat die Menschen schon im 19. Jhdt. veranlasst, eine „Meliorationsgenossenschaft“ zu gründen, um den Bach zu regulieren und die Wiesen entlang des Mühlenwegs und bis zur Wäster als Gemeinschaftsaufgabe gefahrlos nutzen zu können. Mehr als 37 Familien waren stellenweise Mitglied dieser Genossenschaft und auch die „Provinzial-Heilanstalt“ trat ihr frühzeitig bei. Erst 1973 wurde die Genossenschaft endgültig aufgelöst.

Foto: Jütte 2021

Januar 2022

Flötenklänge begleiten den Weg

Flötenklänge begleiten den Lauf des Wassers am Steinrücken am Fuße des Oberdorfes. Hier hat der Heimatverein Suttrop die verrohrte Dorpke in einem kleinen Bereich wieder freigelegt und einen idyllischen Treffpunkt geschaffen. Mehrere kleine Quellen traten oberhalb dieser Stelle aus dem Kalkstein aus und wurden vereint als Dorpke bezeichnet. Seit dem Mittelalter schufen sie zusammen mit Brunnen die Grundlage für die Ansiedlung der Menschen in diesem Gebiet. Das Wasser dieser Quellaustritte wurde vor einigen Jahren durch Rohrleitungen erfasst und bis zu der eigentlichen Dorpkequelle oberhalb der Mühle im Mühlenweg geführt.

Foto: Jütte 2021

Dezember 2021

Beifuß Gewöhnlicher (Artemisia vulgaris)
„Auf’m Stein; Hohe Lieth“

Der alte Name des Beifuß, die Eberraute, wurde schon vom griechischen Arzt Dioskurides, er lebte im 1. Jh., sehr geschätzt. Er kochte die Samen oder legte sie in Öl ein und behandelte damit Schüttelfrost, Kurzatmigkeit, Krämpfe, Brüche und Hüftbeschwerden. Hildegard von Bingen empfahl den Saft des Krauts gegen Grind, Beulen und Geschwüre. Die Volksheilkunde nutzt die Pflanze nach wie vor als Bittermittel zur Anregung der Magen- und Gallensaftsekretion und damit zur Appetitanregung. Als Badezusatz sollen Wunden schneller heilen. In der Küche wird der Beifuß frisch oder getrocknet zum Würzen von Saucen, Fleischgerichten und Salaten verwendet. Ganz besonders möchte ich ihn als Bestandteil von Kräuterlikören empfehlen.

Blütezeit: Juli bis November
Höhe: 60 bis 150 cm

Foto: K.-P. Lange

November 2021

Wald Engelwurz (Angelica sylvestris)
„Lörmecketal“

Diese Pflanze wird seit Jahrhunderten geschätzt und gilt als wichtige Heilpflanze. Sie wirkt antibakteriell, gegen Schimmelpilze im Darm und steigert die Abwehrkräfte. Des Weiteren wird sie im Zusammenhang mit der Behandlung von Rheuma und Gicht erwähnt. Die wirksamsten Pflanzenteile sind die Wurzeln. Die frischen jungen Blätter schmecken leicht bitter und versteckt süßlich, aber sehr lecker und eignen sich als Zugabe in Salaten und in Kräuterlikören. Der Legende nach, brachte der Erzengel Raphael, zuständig für die himmlische Heilung, sie einem Mönch als Heilpflanze. Erste Erwähnung fand sie in der Mitte des 14. Jh. als Heiligengeistkraut. Sie galt in dieser Zeit als Verjüngungselixier und Zaubermittel bei Impotenz.

Blütezeit: Juni bis November
Höhe: 20 bis 150 cm

Foto: K.-P. Lange

Oktober 2021

Dost Gewöhnlicher (Origanum vulgare)
„Altes Feld, Hühnerknäppe“

Das auch unter dem Namen Wilder Majoran und Oregano bekannte alte Heil- und Gewürzkraut war im alten Ägypten dem Gott Osiris, dem Gott des Jenseits, der Wiedergeburt und des Nil, geweiht. Im Mittelalter galt Dost als wichtige Heil- und Zauberpflanze. Getrocknete Sträußchen sollten gegen Hexen und vor dem Teufel schützen. Die Volksheilkunde verwendet auch heute Dost als Tinktur bei Erkrankungen der Atemwege, Erkältungen, Grippe, Mundhygiene und bei Verdauungsbeschwerden. Oregano gilt auch als nützlich zum Einleiten der Menstruation. In der Aromatherapie wird der Duft zur Entspannung genutzt. Das ätherische Öl der Pflanze wird als Rohstoff in der Kosmetik, Parfüm- und Seifenindustrie, sowie als Bestandteil vieler Kräuterliköre genutzt. Eine Pizza oder so mancher leckere Braten bekommt mit Oregano erst die richtige Würze.

Blütezeit: Juli bis September
Höhe: 20 bis 60 cm

Foto: K.-P. Lange

September 2021

Frauenmantel Gewöhnlicher (Alchemilla vulgaris)
„Altes Feld“

Der Frauenmantel trägt seinen Namen zu recht. Die mantelartig gefalteten Blätter lassen sich mit dem Mantel der Mutter Gottes vergleichen, wie sie vor allem in Darstellungen des 15 Jh. zu sehen ist. Seit dem Mittelalter spielt er als Frauenheilkraut mit seinen hormonähnlichen Inhaltsstoffen, die dem weiblichen Sexualhormon Progesteron ähneln, eine große Rolle. Selbst Hildegard von Bingen kannte diese Pflanze. Tee aus seinen Blättern kann Mangelzustände ausgleichen, welche zum Beispiel bei Beschwerden in den Wechseljahren auftreten. Ein anderer Name für diese Pflanze ist Gewittergras. Das geht auf einen alten Glauben zurück, dass Kränze aus Frauenmantel vor Blitzschlag schützen, wenn man sie an Fenstern oder Türen aufhängt.

Blütezeit: Mai bis September
Höhe: 10 bis 30 cm

Foto: K.-P. Lange

August 2021

Wilde Karde (Dipsacus fullonum)
„Hillenberg“

Eine stachelige Angelegenheit. Interessant ist die Blütenausbreitung der kleinen violetten Einzelblüten am Blütenstand. Sie fangen in der Mitte an und blühen dann nach oben und unten auseinander. Daraus leitet die im Mittelalter gültige Signaturenlehre die Heilwirkung bei allen kreisförmig wandernden Hauterscheinungen (Borreliose) ab. Ihr ausgeblühter Blütenstand wurde früher zum kämmen der Wolle verwendet. Daher nennt man sie in Russland vorsjanka, Wollkamm. Medizinisch werden die Wurzeln der Karden genutzt. Die Wirkstoffe der Karde werden seit alters her als Salbe bei kleinen Wunden, rissiger Haut, Afterfisteln und Geschwüren angewendet. In der heutigen Medizin gilt eine Tinktur aus der Wurzel als Heilmittel gegen die schwer zu behandelnde Borreliose Infektion. Die Heilwirkung der Karde ist aber noch viel weitergehender, als hier dargestellt.

Blütezeit: Juli bis August
Höhe: 70 bis 200 cm

Foto: K.-P. Lange