Januar 2021

Huflattich (Tussilago farfara)
„Rund um Suttrop“

Eine sehr alte Heilpflanze, welche über siebzig volkstümliche deutsche Namen hat. Die voll geöffneten getrockneten Blüten (März) bzw. die Blätter (Mai/Juni), beherbergen den größten Wirkstoffanteil. Sie können zu einem Tee bei Husten und Problemen mit den Atmungsorganen zubereitet werden. Pflanzen mit sonnigem Standort beinhalten mehr Inhaltsstoffe. Die erste Silbe „Huf“ leitet sich von der Form der erst nach der Blüte erscheinenden Blätter ab. Der Namensteil „lattich“ kommt vom lateinischen lapaticum, welcher großblättrige Pflanzen bezeichnet und wurde über laptica und lattica zu Lattich gewandelt.

Inhaltsstoffe: saure Schleimstoffe, Inulin, Gerbstoffe und geringe Mengen Flavonoide. Nach dem ersten Weltkrieg wurden die Blätter des H. als Tabak geraucht.
Blütezeit: Februar bis April
Höhe: 7 bis 30 cm

Foto: K.-P. Lange

Dezember 2020

Bachstelze

Bachstelzen mögen gerne Wasser, sind darauf aber nicht angewiesen. Sie brüten in Suttrop gerne in Schuppen und Höhlen von Mauern und Bäumen. Steinbrüche sind wegen der vielen Höhlen ideale Brutplätze. Bevorzugt brüten sie dort an dauerhaften Wasserstellen. Während sie in der Brutzeit recht unauffällig leben, kann man ab Juli besonders Jungvögel oft in unseren Gärten finden, wo sie Insekten mit schnellen Schritten hinterherlaufen aber auch kurze bodennahe Jagdflüge unternehmen. Im Herbst bilden Bachstelzen Schwärme und suchen zum Schlafen gemeinsam Bäume auf.

Foto: Olaf Hohlfeld

November 2020

Turmfalke

Mit der Bezeichnung Rüttelfalke ist meist dieser Vogel gemeint. Er steht oft rüttelnd in der Luft und hält nach seiner bevorzugten Beute, der Feldmaus, Ausschau. Turmfalken brüten seit Jahren im Turm von St. Johannes Enthauptung und in der grünen Scheune Richtung Steinbrüche (ehemals Kneers Schweinestall), weil ihnen hilfsbereite Menschen dort Brutkästen eingerichtet haben. Oberhalb der LWL versuchen sie seit einiger Zeit in einem alten Krähennest zu brüten. Das ist in Suttrop aber wegen der allgegenwärtigen Uhus fast unmöglich. In den offenen Nestern sind die Jungen eine allzu leichte Beute für den Uhu. Besonders im ersten Lebensjahr sind wettergeschützte Giebel mit Ostausrichtung für die Jungvögel als Nachtquartier wichtig. Wenn ein Falke sich für einen Giebel begeistert, sollte man daher über die Verdauungsreste an Wand und Boden hinwegsehen und sich freuen, dass man den Tieren helfen kann.

Foto: Olaf Hohlfeld

Oktober 2020

Stieglitz

Der Stieglitz wird manchmal auch Distelfink genannt und ist einer unserer farbenfreudigsten Vögel. Wie Girlitz und Hänfling gehört er zu den Finken. Die Bezeichnung Distelfink weist schon auf eine der bevorzugten Nahrungsquellen hin. Aber auch andere Samen von Wiesenpflanzen, wie z. B. die von Löwenzahn werden gerne gefressen. Er brütet in unseren Gärten meist in der Spitze von Koniferen. Die Vögel scheinen sich ihrer Auffälligkeit bewusst zu sein und sind sehr scheu. Allerdings sind sie gerade wegen ihrer Färbung in der Wiese und auf Stauden nur schwer auszumachen. Regelmäßig kann man sie in den Randbereichen der Steinbrüche finden.

Foto: Olaf Hohlfeld

September 2020

Neuntöter

Auf dem Foto ist ein weiblicher Neuntöter zu sehen. Die Vögel besitzen eine hakenförmige Schnabelspitze und verhalten sich so ähnlich wie Falken. Dennoch zählen sie zu den Singvögeln. Meist sitzen sie aufrecht auf hervorragenden Aussichtsplätzen oder im oberen Bereich von Büschen. Von dort jagen sie größere Insekten, aber auch Mäuse und kleinere Vögel. Entlang des Möhne Radweges kann man zwischen Belecke und Rüthen alle 300 bis 400 m ein Paar entdecken. Aber auch in den Feldgehölzen um Suttrop und auf gerodeten Flächen fühlen sie sich wohl, wenn sich dort Büsche breitmachen.

Foto: Olaf Hohlfeld

August 2020

Trauerschnäpper

Dieser kleine Zugvogel erreicht Suttrop im Mai. Er fühlt sich in Laubwäldern wohl, wo er relativ hoch gelegene Baumhöhlen und Nistkästen bebrütet. Obwohl die Männchen recht auffällig gezeichnet sind, verschwimmen sie im Blattwerk und sind daher schwer zu entdecken. In der Regel jagen sie von einer Warte aus Fluginsekten in kurzen schnellen Flügen. In Suttrop findet man sie im Oberhagen und in den Buchen jenseits des alten Sportplatzes. Besonders gut kann man sie aber auf dem LWL Gelände beobachten. Dort stehen die Bäume zum einen recht weit auseinander. Zum anderen sind die Vögel dort an den Menschen gewöhnt und dadurch zutraulicher. Das Foto entstand in der Nähe des LWL Museums.

Foto: Olaf Hohlfeld

Juli 2020

Feldlerche

Feldlerchen brüten auf Feldern, Weiden und Brachflächen. In Suttrop kann man sie von März bis Oktober im Born und auf den Äckern um den Stillenberg beobachten. Dort brüten sie am Boden in der Ackervegetation. Wegen ihrer guten Tarnung wird man sie am Boden aber selten sehen. Manchmal hat man bei noch niedriger Vegetation das Glück, sie in einer Fahrspur zu entdecken. Während die meisten Vögel von einer Warte aus singen, ist für die Feldlerche ihr Singflug charakteristisch. Wenn man ein wenig wartet, fällt sie nach einiger Zeit mit weit ausgebreiteten Flügeln langsam vom Himmel. Die Feldlerche ist einer der von der modernen Landwirtschaft besonders bedrängten Wiesenvögel. Umso schöner ist es, dass in den letzten Jahren immer 4 bis 5 Brutpaare rund um Suttrop zu finden waren.

Foto: Olaf Hohlfeld

Juni 2020

Feldsperling

Der Feldsperling ist etwas kleiner und zierlicher als Haussperlinge. Er ist gut am schwarzen Fleck auf der fast weißen Ohrendecke zu erkennen und im Gegensatz zum Haussperling sind beim Feldsperling beide Geschlechter gleich gefärbt. Sie brüten bei uns in Baumhöhlen, weil sie sich bei den sonst bevorzugten Nistplätzen an Häuser nicht gegen den stärkeren Haussperling behaupten können. Umso wichtiger ist es in Deutschland, alte Streuobstwiesen zu erhalten, da alte Obstbäume optimale Brutmöglichkeiten bieten. Das Foto entstand an einem umgefallenen und toten Apfelbaum auf dem Hühnerknäppchen. Dort findet sich jedes Jahr eine Kolonie von ca. 10 Brutpaare ein. Auch wenn Sperlinge hauptsächlich Körner fressen, benötigen sie zur Aufzucht ihrer Jungen Insekten und deren Larven, was man auf dem Foto schön sieht.

Foto: Olaf Hohlfeld

Mai 2020

Rauchschwalbe

Schwalben erbeuten Insekten ausschließlich in der Luft. Rauchschwalben besitzen einen stark gegabelten Schwanz und lange Schwanzspieße. Nur bei optimaler Beleuchtung ist der metallische Glanz ihres Gefieders und die rote Brust zu erkennen. Dank zahlreicher Kuh- und Pferdeställe mit Misten ist die Schwalbenwelt in Suttrop noch „in Ordnung“. Sie sind entgegen des Deutschlandtrends in recht großer Zahl zu finden und einige Paare können durch das ausreichende Insektenangebot auch an stallfernen Häusern ihre kunstvollen Nester bauen. Die Rückseite von Bültmanns großem Saal eignet sich sehr gut zur Beobachtung, da dort neben der Rauschwalbe auch die etwas kleinere Mehlschwalbe und sogar die größeren und fast schwarzen Mauersegler brüten.

Foto: Olaf Hohlfeld

April 2020

Singdrossel

Diese Drossel ist etwas kleiner als eine Amsel und nistet hauptsächlich in Büschen und Hecken. Man kann sie in allen Bereichen Suttrops finden. Die meisten findet man aber am Waldrand. Ein besonders guter Ort, um Drosseln aller Art zu beobachten ist der Bereich zwischen Oberhagen und Hundeplatz mit den umliegenden Wiesen. Die Vögel Brüten in den ersten Bäumen des Waldes und kommen besonders in den Abendstunden in großer Zahl zum Fressen auf die Wiesen. Für die Singdrossel charakteristisch ist ihr Gesang, der aus kurzen, melodiösen Motiven besteht, die meist dreimal kurz hintereinander wiederholt werden. Wie alle Drosseln ist sie ein Teilzieher und schließt sich im Herbst mit anderen Drosseln zu größeren Schwärmen zusammen.

Foto: Olaf Hohlfeld