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Tag des Wassers

22. März 2020

 

Tag des Wassers!

 Am 22.März

Veranstaltungen lassen sich verschieben, Gedenktage aber nicht. Der „Tag des Wassers“ (22. März) wird dieses Jahr überdeckt von einem ungleich bedeutenderen Thema, aber die „Initiative Trinkwasser“ möchte zumindest wie jedes Jahr an die spezielle Warsteiner Problematik erinnern (wobei die geplanten Aktivitäten zum „Wassertag“ ja für einen späteren Termin vorgesehen sind …)

Wieso ist das Warsteiner Wasser so gefährdet?

Ein „Tag des …“ – in diesem Fall der „Tag des Wassers“ – bietet zumeist eine gute Gelegenheit, viel Aufmerksamkeit auf ein wichtiges oder vernachlässigtes Thema zu richten. Das ist für uns, für Warstein und für unser „Lebensmittel Nr. 1“ auch dringend nötig! Denn andere Themen haben sich in der Zwischenzeit in den Vordergrund geschoben: Waldschäden, Windräder, Stadtentwicklung, von Corona ganz zu schweigen! Aber was unsere Wasserproblematik angeht, also die Gefährdung unserer eigenen Wasserversorgung, so kann nicht nur keine Entwarnung gegeben werden, nein: Die Gefährdung nimmt ständig zu! Vielleicht sollte man diese Gefährdung mal kurz erklären, da sie doch weithin unbekannt zu sein scheint: Warstein und Kallenhardt haben Quellen reinsten Grundwassers aus bis zu 500 Meter Tiefe im Karstgestein. Aus unseren Kränen fließt kein gereinigstes Oberflächenwasser der Ruhr – wie es Gelsenwasser anderswo bietet –, wir haben stattdessen eines der besten Wasser landesweit! Der Steinabbau allerdings, der bis zum Grundwasser vordringt und vor allem vorhat, in Zukunft in der Tiefe weiter abzubauen, gefährdet die Quellen mit seinen Sprengerschütterungen und der Veränderung der Druckverhältnisse im Boden (wie höchstrichterlich festgestellt wurde im Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster, Nov. 2015). Hinzu kommt, dass wir im Warsteiner Süden auch kein Wasserschutzgebiet mehr haben – die Verordnung wurde als unzureichend gerichtlich eingezogen. Und dann – Gipfel der Kämpfe um unser Wasser! – haben die Steinabbauunternehmen auch noch gegen die Genehmigung des Wasserbezugs durch die Hillenbergquelle geklagt! Nur per Ausnahmegenehmigung darf das Wasserwerk uns weiter beliefern! Es ist nicht zu fassen!
Nun liegt der Ball bei der Arnsberger Bezirksregierung, sie müsste die Wasserschutzgebietsverordnung und das Wasserbezugsrecht neu und besser ausarbeiten. Aber darauf warten wir inzwischen seit über vier Jahren! Man fragt sich, wieso? Welcher Druck wird da ausgeübt? Immerhin hat die Stadt in einer Stellungnahme für die Bezirksregierung dem Antrag auf weiteren Steinabbau am Hillenberg, in unmittelbarerer Nähe zur Quelle, entschieden widersprochen! Und es wird mit großem Aufwand endlich an einem Folgenutzungskonzept – sprich: Rekultivierung/naturierung – gearbeitet. Dennoch: Was die Gefährdung unserer Trinkwasserversorgung angeht, hat sich nichts Wesentliches verändert. Nur wenn sich in der Breite der Bevölkerung entschiedener für unser Wasser eingesetzt wird, besteht Hoffnung auf ein Handeln der Behörden im Sinne des Allgemeininteresses.
Für die Initiative Trinkwasser W. B.